Bei alley war das Ziel, eine eHealth App für Menschen mit Hüftarthrose zu entwickeln. Die Anwendung soll Nutzer:innen dabei unterstützen, ihr Krankheitsbild besser zu verstehen, gemeinsam mit Fachpersonal eine individuelle Therapie zu entwickeln und aktiv in den eigenen Behandlungsprozess eingebunden zu sein.
Für uns bedeutete das zunächst: komplettes Neuland. Genau hier begann jedoch unsere Motivation.
Das Einarbeiten in einen komplexen, bislang unbekannten Themenbereich sowie die Chance, eine neue und diverse Zielgruppe kennenzulernen, reizten uns von Anfang an.
Das Railsove Team war von Beginn an interdisziplinär aufgestellt und mit Produktmanagement, Design, Entwicklung und Marketing involviert.
Ein Produkt soll möglichst schnell und effizient vorangetrieben werden. Doch welche Voraussetzungen muss ein interdisziplinäres Team erfüllen, um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen?
Es braucht Menschen, die Lust haben, sich zu verändern, voneinander zu lernen und neugierig auf unterschiedliche Skills und Mindsets sind. So entsteht eine gemeinsame Sprache und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Bei alley gelang es uns, genau diesen Rahmen zu schaffen. Das Team bestand aus Mediziner:innen, Unternehmensberater:innen, Produktexpert:innen sowie externen Dienstleistern wie uns. Die Wege zur Expertise waren kurz und der Wille groß, das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.
Unser Vorgehen war klar strukturiert: die Bildung verschiedener Expert:innen-Teams, um gezielt Wissen aufzubauen. Zu Beginn waren wir Teil des Produkt-Teams, das gemeinsam mit dem Venture-Development-Team die Grundlagen für das Produkt definierte.
In dieser Phase führten wir erste Research-Arbeiten durch. Zentrale Fragen waren dabei:
Welche Basis ist bereits vorhanden? Was muss hinterfragt werden? Wo gilt es tiefer einzutauchen? Und wie funktioniert der Gesundheitsmarkt eigentlich?
Daraus ergab sich konsequenterweise auch unsere Beteiligung an Investoren-Pitches sowie an Interviews mit Ärzt:innen und Patient:innen, um ein ganzheitliches Bild der Bedürfnisse und Anforderungen zu gewinnen.
Die Zusammenarbeit mit alley als jungem Startup ermöglichte es uns, uns schnell anzupassen und vertraute Arbeitsweisen nachhaltig im Projekt zu verankern.
Über einen Zeitraum von rund 15 Monaten entstand ein intensiver Austausch zu Arbeitskultur, Projektmanagement und Zusammenarbeit, der die Synergien im Team auf vielfältige Weise stärkte. Diese enge Abstimmung half uns, unser Ziel zu verfolgen: eine ganzheitliche Nutzererfahrung zu schaffen und ein Value-Based-Healthcare-Produkt zu entwickeln, das echten Mehrwert im Markt bietet.
Eine unserer ersten Aufgaben war es, die komplette Patient:innen-Reise vom ersten Schmerz bis hin zur Rehabilitation zu verstehen. Dabei ging es um weit mehr als medizinisches Fachwissen zu Arthrose-Erkrankungen.
Behandlungswege, Prävention und die Kommunikation zwischen Ärzt:innen und Patient:innen spielten eine zentrale Rolle. Alley sollte ein digitaler Alltagsbegleiter werden – eine Softwarelösung, die insbesondere auch der älteren Generation den Zugang zu digitalen Anwendungen erleichtert und Hemmschwellen abbaut.
Die mentalen Modelle dieser Zielgruppe waren uns zunächst wenig vertraut. Umso größer war die Motivation, Neues zu lernen und Wissen nachhaltig aufzubauen.
Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelten wir Lösungshypothesen, generierten Feature-Ideen und testeten diese erneut – unter anderem durch eigene Informationsveranstaltungen für Patient:innen. Barrierefreiheit und Verständlichkeit standen dabei stets im Fokus.
Schritt für Schritt ist so eine Informationsarchitektur entstanden, die der Anwendung eine positive, beruhigende Einstellung verleiht. Ein emotionaler Begleiter, der Selbstmanagement bei den User:innen fördert.
Schritt für Schritt entstand eine Informationsarchitektur, die der Anwendung eine ruhige und positive Grundstimmung verleiht. Alley versteht sich als emotionaler Begleiter, der das Selbstmanagement der Nutzer:innen fördert. Eine zentrale Einsicht: Software für ältere Generationen fast ausschließlich von jungen Menschen entwickelt wird. Trauen wir der Gruppe zu wenig zu? Mehr als 40% der über 65 jährigen in Deutschland nutzen Smartphones, es lohnt sich an dem Thema dran zu bleiben.*
Seit Kurzem ist alley zum Download verfügbar. Die gesammelten App-Daten ermöglichen es beispielsweise Kliniken, den Krankheitsverlauf bereits vor dem ersten Termin einzusehen. Das verbessert die Kommunikation und rückt eine zentrale Frage in den Fokus:
Was hilft Patient:innen aufgrund ihrer individuellen Geschichte wirklich weiter?
Der Ansatz ist klar: proaktiv statt reaktiv handeln, Gesundheitsversorgung patient:innenzentriert gestalten und Probleme frühzeitig vermeiden. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach dem richtigen Maß an Unterstützung, um die App nicht zu überladen.
Zu Beginn durchlaufen Nutzer:innen mit Hüft- oder Kniearthrose ein Screening, bei dem relevante Daten zur individuellen Krankheitsgeschichte erfasst werden.
Die App bietet unter anderem:
Medizinisches Wissen zum Verständnis des Krankheitsbildes
Trainingsangebote zur Prävention
Organisation von Arztterminen
Unterstützung bei der OP-Vorbereitung
Informationen zu therapeutischen Maßnahmen
Emotionale Begleitung durch Care Manager:innen
Ziel ist eine Optimierung des Therapieverlaufs auf Basis einer transparent dokumentierten Patient:innen-Historie.
Ein weiterer Baustein ist ein Dashboard für Leistungserbringer:innen, etwa für ambulante Orthopäd:innen oder orthopädische Kliniken. Der strukturierte Informationsfluss unterstützt Therapieentscheidungen und ermöglicht eine individuell angepasste Behandlung.
Der eHealth-Bereich entwickelt sich rasant. Gemeinsam mit dem alley Team freuen wir uns darauf, weitere Potenziale der Anwendung zu erschließen und das Produkt strategisch weiterzuentwickeln.
Story: Isa Solberg
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