Rewind 2020

Wo kommen wir her? Wo geht's für uns hin?

Im vergangenen Jahr haben wir uns bei Railslove mal wieder die grundlegenden Fragen gestellt. Denn wir hatten uns bereits ganz ohne Corona viel vorgenommen für das Jahr. Aber fangen wir vorne an.

Company Reboot 2020

Im Herbst 2019 lief Railslove nach rund 10 Jahren dennoch bemerkenswert unrund. Die Projekte des Jahres entwickelten sich unter den Erwartungen, das Team werkelte an vielen, vielleicht auch viel zu vielen Themen gleichzeitig. Denn wir suchten gemeinsam eine klare Richtung für die Zukunft. Für das neue Jahr 2020 war uns klar: Railslove brauchte einen Reboot.

Als Führungsduo wünschten wir uns neue externe Impulse und Unterstützung dabei, unser Team aus 2019 herauszuführen und als starkes Team für zukünftige Abenteuer aufzubauen. Als dann Corona über die Welt und auch bis nach Köln rollte, war dies gleichzeitig Gelegenheit und wie auch Antrieb diese Veränderung genau jetzt stattfinden zu lassen und überraschenderweise gab uns die sonderbare Frühjahrszeit dazu auch die nötige Zeit und Ruhe.

Eine Erkenntnis, die uns dabei begleitete, ist das Zitat von Jason Fried über Basecamp: “Auch die Company ist ein Produkt." Ein Produkt, das sich ständig weiterentwickelt, sich an den Markt und an die Menschen anpassen muss, die es "nutzen". Also an uns. Ein Produkt, das vom Feedback lebt und von ständiger Iteration.

Für uns bedeutet das: Wir verändern Railslove mit jedem Projekt, an dem wir gemeinsam arbeiten und mit jedem Kunden, dem wir begegnen, und mit jedem Team-Mitglied das kommt und mit jedem das geht. Und mit jedem Jahr das vergeht.

Unsere Mission 2020: Wir sind am Start für ein Web, das alle weiterbringt.

Die Corona-Zeit hat uns hinsichtlich unserer Zukunftspläne vor schöne Herausforderungen gestellt und uns allerdings auch gezeigt, was wir gemeinsam zu leisten im Stande sind. Los ging es mit dem Veedelsretter-Projekt. Wir sind immer noch super stolz darauf, dass wir durch unsere Superkraft "Web-Entwicklung" einfach mal so "die schnellste Hilfe in der Krise" in die Welt tragen können und über eine halbe Million Euro in Köln umverteilt haben. Tip Top Idee, konsequent mit viel Railslove-Style aus dem Boden gestampft, und mit ebenso viel Wumms in die Welt getragen. Fernsehen, Zeitungen, jede Menge zu tun, Support bis über beide Ohren. Diese Abwechslung und der Sinn des eigenen Schaffens in der Lockdown-Zeit, das kam uns gerade Recht, und unser Team hat eindrücklich bewiesen, warum es so großartig und wertvoll ist: Weil wir hier keine Sekunde zögerten, sondern Hand in Hand und mit einer geteilten Vision richtig stark eine pointierte Idee für die Gesellschaft umgesetzt haben. Henriette Reker, die Oberbürgermeisterin von Köln, trafen wir gleich zwei mal in diesem Jahr und im Herbst erhielten wir für das Veedelsretter-Projekt sogar den Rheinland Genial Award. Warum es funktionierte? Allein durch Engagement und Teamgeist – zwei Eigenschaften, die zum festen Raislove-Inventar gehören.

Dank der NRW-Lockerungen im Mai konnten wir dann unsere "Arbeit an Railslove" gemeinsam mit unseren Coaches Heike Linnepe und Mark Thiel aufnehmen, ein wichtiger Schritt für uns Richtung Reboot: Zwei Tage am Waldrand in der Nähe von Wuppertal waren für uns beide ein sehr willkommener Kurzurlaub nach den intensiven Corona-Veedelsretter-Monaten, der uns viel Kraft gegeben hat und in dem wir Abends nach den Workshop-Tagen die Idee der Leitungsrunde ausgearbeitet haben. Wir haben Railslove in acht wesentliche Bereiche aufgeteilt und für jeden davon eine Person aus dem Team gefunden, die mit uns fortan gemeinsam noch intensiver an Entwicklungs- und Zukunftsthemen arbeitet. Dank der Runde ist die Verantwortung für alle wichtigen Zukunftsthemen breiter geschultert und Railslove deutlich gestärkt worden für die vor uns liegende Zeit.

Im Mai entwickelten wir dann auch noch eine zweites Corona-Produkt! Zusammen mit 9elements aus Bochum, der IG Kölner Gastro und der Klubkomm launchten wir recover, eine digitale Lösung zur Kontaktdatenerfassung. Die Corona-Warn-App gab es damals noch nicht, doch eine aktive Diskussion in Nerdkreisen rund um die geeignetste Architektur für eine solche Tracking-App. Also bauten wir kurzerhand eine All-privacy-features-on App, als klares Zeichen gegen die vielen dahin geschluderten Checkin-Apps mit denen wir in der nahen Zukunft rechneten. Ja, es war ein ähnliches Hau-Ruck-Projekt wie die Veedelsretter, inkl. abendlicher Telefonate mit unserem Anwalt über die richtigen Datenschutzbestimmungen und Risiken und Nebenwirkungen solcher Unternehmungen, was nebenbei zur Gründung der Ping Pong Labs GbR führte, die bis heute Betreiber von recover ist und deren Unternehmenszweck es ist, waghalsige, eher so auf Sicht durchdachte Produkte zu betreiben und zum Wohle der Gesellschaft zu vermarkten. So, oder so ähnlich. Recover schlug jedenfalls ein. In der Stadt, in der Politik, in der Kölner Gastronomie, in der Community und bei unseren Partnern. Neben der Übernahme des Checkin-Anbieters Checkyn durch Recover und der Integration von Recover in Stadt-Apps, haben wir mit der Bank für Sozialwirtschaft und der BFS Service GmbH zusätzlich recover care und recover health für das Besuchermanagement in Pflegeeinrichtungen und in Krankenhäuser entwickelt. Wir denken, dass trotz aller bisherigen Bemühungen in der digitalen Kontaktnachverfolgung immer noch Luft nach oben ist, wir hier durch unsere Mitarbeit noch viele Prozesse in Ämtern effizienter und problemfreier gestalten können und so bleiben wir am Ball und so bleibt auch 2021 für uns ein recover-Jahr.

Projekte 2020

Ein frühes Highlight 2020 war für uns ganz klar die erneute Zusammenarbeit mit Axel Heinz und dem Team von Makerist. Die erfolgreiche DIY-Plattform begleiten wir seit vielen vielen Jahren und wir freuen uns jedesmal, wenn wir zusammen neuen Pläne schmieden, da unsere Zusammenarbeit von außergewöhnlicher Wertschätzung geprägt ist.

Ein weiteres, wie wir finden gesellschaftlich wichtiges, Projekt war die Entwicklung von AnDi, der Berliner Antidiskriminierungs-App. Zusammen mit unseren Freunden von BAR PACIFICO/ und der Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung haben wir uns tief in das Thema "Diskriminierung im Alltag" eingearbeitet und eine App entwickelt, mithilfe derer Betroffene einfacher Unterstützung finden und Vorfälle melden können. Wir hoffen, dass Diskriminierung in Berlin dadurch noch sichtbarer wird. AnDi ist sicherlich eine App, von der wir insgeheim hoffen, dass sie in einigen Jahren immer weniger statt mehr Menschen nutzen, einfach, weil sie nicht mehr so sehr gebraucht wird wie es leider heute der Fall ist.

Dass wir das ganze Jahr über mit und an und für alley arbeiten, prägt Railslove in diesem Jahr besonders. Im Produkt-Bereich hat im Herbst 2019 unsere Zusammenarbeit mit dem jungen Corporate Startup angefangen, damals noch mit der gemeinsamen Suche nach einem App-Konzept in einem komplexen Gesundheitsmarkt. Im Frühjahr 2020 begleiteten wir dann als Produkt-Team die MVP-Entwicklung einer Mobile App für Menschen mit Hüftarthrose und seitdem verantworten wir auch das App- und Corporate-Design, wirken weiter in der Produktkonzeption mit und setzen seit dem Sommer auch die Frontends für alley um. Menschen mit komplexen Erkrankungen besser zu begleiten, das ist unser Auftrag, und der ist so groß und wichtig wie er klingt, und die Zusammenarbeit mit dem alley-Team ist so großartig, wie wir sie uns nicht besser hätten wünschen können. Danke alleygators für 2020!

Vorfreude 2021

Für das kommende Jahr haben wir uns ehrgeizige Ziele gesteckt und neue Visionen ausgearbeitet.

Wir haben uns in diesem Jahr selbst bewiesen, wie schnell wir mit unseren Fähigkeiten auf neuen Umstände reagieren können. Veeldesretter demonstrierte eindrucksvoll die Stärke unsere Teams, das in einem außergewöhnlichem Jahr sehr gut zusammengearbeitet hat. Wir gehen stark ins neue Jahr!

Wir entwickeln sinnstiftende Produkte, keine Eintagsfliegen!, und wir arbeiten mit guten Menschen zusammen, die Gutes vorhaben. Mit Veedelsretter und recover können wir gleich anhand zweier Projekte darlegen, wie wichtig digitale Produkte für alle, für die Gesellschaft sein können.

2021 möchten wir Nachhaltigkeit als ein Core Value von Railslove ausbauen. Mit unserem SOS Meetup legen wir hier einen wichtigen Baustein, tauschen uns aus über Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Es geht uns dabei nicht darum zu verstehen, wie sich Firmen und Agenturen auf einfachste Art und Weise green-washen können, sondern es geht uns um einen wirklichen Wandel in der Art und Weise wie unsere Branche funktioniert. Die B-Corp-Zertifizierung, die wir dieses Jahr noch erhalten möchten, ist ein weiterer Schritt für uns das Thema in den Fokus zu nehmen.

Wir gehen mit Sicherheit in ein aufregendes Jahr 2021 und Dank der Corona-Projekte mit vielen neuen Kontakten zur Stadt und in die Wirtschaft. Mit wahnsinnig guten Geschichten aus 2020, die wir noch lange erzählen können. Mit einem Team, das einmal mehr bewiesen hat, welchen Wert unsere Kunden bei uns einkaufen können. Und mit Kunden, die unsere Arbeit wertschätzen und gerne mit uns arbeiten.

Dieses Jahr war eine echte Herausforderung und wir möchten allen Danken, die uns dabei in 2020 begleitet haben. <3

Kommt gut ins neue Jahr! Wir freuen uns auf die Abenteuer, die 2021 für uns bereit hält, und auf Euch!

Jan und Tim

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  • Trackle.app

    Trackle is a desktop client for the Freckle timetracking service, written in JS and packaged with node-webkit.
  • Von der ersten bis zur letzten Zeile Code — Goodbye, DaWanda

    Ein Herzensprojekt geht zu Ende. Ein Projekt, das wir wie kein zweites erlebt und mit gestaltet haben, bei dem wir voll und ganz aufgegangen sind in den Bereichen Entwicklung und Beratung — ein Paradebeispiel für unsere Arbeitsweise. Eine kurze Retrospektive von der allerersten Zeile Code des größten deutschen DIY-Onlinemarktplatzes bis hin zur allerletzten.